Die größte Welle der Welt – und das in Europa!

Nazaré? Noch nie gehört? Kein Wunder! Noch – denn das sollte sich bald ändern. Das ca. 10.000 Einwohner zählende, portugiesische Küstenstädtchen ist seit neuestem um eine Attraktion reicher. In Nazaré machte einst schon Vasco da Gama vor seiner Reise nach Indien Halt, auch Stanley Kubrick entdeckte die schöne Festungsstadt am Atlantik und schoss in den späten 1940er Jahren eine Reihe nicht ganz unbekannter Fotografien. Auch ein von vielen Christen verehrtes Abbild der Nossa Senhora da Nazaré tragen zum Ruhm der Stadt bei. Doch trotz allem war Nazaré bisher den Wenigsten ein Begriff.

Doch das sollte sich am 28. Januar dieses Jahres schlagartig ändern. Genau dann nämlich schwang sich der amerikanische Big-Wave-Surfer Garrett McNamara auf sein Surfbrett und ritt die bis dato größte Welle der Welt. Und diese Monsterwelle war nicht etwa in ausgeschriebenen Surfgebieten wie Hawaii, San Francisco oder Kapstadt zu finden, sondern nahe der beschaulichen Stadt am Atlantik, Nazaré. Ein Bild machte nicht nur McNamara zur Legende, sondern auch Nazaré. Zunächst sieht alles aus wie ein gewöhnlicher stürmischer Tag auf See. Denn das von Surffotograf Tó Mané geschossene Foto, offenbart erst auf den zweiten Blick  die rekordverdächtige Dimension des Ganzen: Im Vordergund ist die mittelalterliche Festung Praia do Norte mit der roten Leuchtturmspitze zu sehen, dahinter eine graue Wand aus Meerwasser. Genauer gesagt: die größte Welle der Welt. Mit 100 Fuß – also 30 Metern Höhe – die höchste, jemals gesurfte Welle der Welt. Und als kleiner Punkt inmitten der Gischt: McNamara, der sich damit an die Spitze der Big-Waver katapultiert hat.

Tja, da macht es Portugal mal eben locker Hawaii nach und verschiebt – scheinbar ganz nebenbei – die Geografie der Surfwelt. Seit McNamaras – Spitzname G-Macs – Rekordritt strömen unzählige weitere Big-Wave-Surfer nach Nazaré um selbst solch eine Monsterwelle zu reiten. Auch der Deutsche Sebastian Steudtner sowie Surflegende Kelly Slater – die zu den etwa zwei Dutzend Big-Wave-Surfern zählen – statteten den neu entdeckten Megawellen an Portugals Atlantikküste ihren Besuch ab. Kein Wunder, dass es in Nazaré mittlerweile schon ein Surf-Museum, sowie jede Menge Merchandise gibt – denn auch schon 2011 ritt G-Mac eine dieser Wellen und wurde locker flockig zum Guiness-Rekordhalter. Doch erst mit der Superwelle kam richtiger Weltruhm in das kleine Fischerstädtchen. Jetzt muss nur noch der passende Name für die portugiesischen Riesenwellen gefunden werden, denn ab sofort kann sich auch der euopäische Big-Wave-Standort Nazaré in die Reihe der Surf-Hotsports einreihen. Jaws, Mavericks und Dungeons sind ja schon vergeben, aber wie wäre es zum Beispiel mit „Die Unbezähmbaren“? Oder fällt euch was Gutes ein? Schreibt uns eure Vorschläge! Wir sind gespannt!

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