Der Tatort-Kult

Sie ermitteln in Berlin, Köln, München, Luzern, am Bodensee, in Wien. Am erfolgreichsten tun sie es in Münster. Am längsten in Ludwigshafen. Der Tatort zieht jeden Sonntagabend Million Zuschauer vor die Fernseher. Auch immer mehr junge Leute begeistern sich für den Tatort, längst ist er eine Sonntagabendinstitution geworden, die auch gerne gemeinschaftlich in Bars und Restaurants zelebriert wird. Der Kultfaktor scheint unglaublich – und unbeschreiblich. Ist es das Lokalkolorit? Sind wir ein wenig patriotisch und bevorzugen die Kommissare aus der Heimat? Oder sind es die markanten Profile der Ermittler? Die toughe Lena Odenthal in Ludwigshafen, Freddy Schenk mit einer Vorliebe für schicke Anzüge und ausgefallene Autos aus Köln, die überzeugte Polizistin Inga Lürsen in Bremen: Wer regelmäßig guckt, für den sind die Kommissare bald mehr als ein paar gut durchdachte Figuren. Manche mag man mehr, manche weniger. Auf einige freut man sich besonders. Der kratzbürstige Thiel (Axel Prahl) und sein Vermieter und beruflicher Compagnon Boerne (Jan Josef Liefers) haben sich in Münster zu den absoluten Zuschauerlieblingen gemausert und das vor allem durch Humor. Der Tatort ist eben selten bierernst. Und deshalb auch nicht mit anderen Fernsehkrimis zu verwechseln, er ist nicht so durchschaubar wie Ein Fall für zwei und nicht so brutal wie die amerikanischen CSI-Konsorten. Dazu kommt: keine Werbung, gute Länge, um das ganze wirklich mal pragmatisch zu betrachten. Er gibt dem Sonntagabend eine Würde und für manche vielleicht auch einen Sinn.

Wer mehr Infos möchte, kann alles rund um die Ermittler unter http://www.daserste.de/tatort/ nachlesen. Der nächste Tatort kommt am Sonntag, 29.5., und spielt in Wien.

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