Mission to Steiermark Teil II

Es geht weiter mit meinem kleinen Erlebnisaufsatz vom Springfestival. Die Hauptacts finden sich an den letzten beiden Abenden in der Stadthalle Graz ein, die vor allen Dingen groß, um nicht zu sagen, etwas zu groß ist. Aber sei’s drum, immerhin bietet die Halle den Vorteil das sich nirgends Schlangen bilden, und auch Zuspätkommer müssen sich keine Sorgen um ihr Ticket machen.

Der Freitagabend scheint ganz unter dem Zeichen des Wolfes zu stehen, nach dem österreichischen Dj und Produzenten I-Wolf der sich zwei lustige Sängerinnen oder Tänzerinnen, so recht konnte man das nicht sagen, zur Unterstützung geholt hat, geht es weiter mit Hercules and the Love Affair und Patrick Wolf, und zuletzt beschließt Wolfram alias Marflow den Abend.

Hercules and the Love Affair liefern, wie nicht anders zu erwarten, ein großartiges Set ab, und zeigen nebenbei nochmal dem Vorgängerensemble eindrucksvoll wo in Sachen Sexy Dancemoves der Hammer hängt. In Puncto Grandezza und Style macht den Discopoppern so schnell keiner was vor. Überraschend vital, trotz der dreistündigen Verspätung, fällt die Performance von Patrick Wolf aus, wobei positiv angemerkt werden muss, dass Zeitdruck und knappe Slots auf dem Spring ein Fremdwort sind: Bis jetzt hat noch jede Band Zugaben spielen können, und die Gelassenheit mit der hier auf die Uhr geschaut wird, macht sich nicht nur in den langen Performances, sondern auch bei den Musikern positiv bemerkbar. Man hat ja schließlich die Stadthalle zur Verfügung!

Ein knallig, trashiges Set von „seiner Wuscheligkeit“, wie ein Fm4 Hörer es treffend formulierte, bildet, zumindest für uns den Abschluss des Abends, der Rest zieht derweil weiter zu Steve Bug in die Postgarage.

Am Samstag schaffen wir es trotz leichter Nachwehen der Nacht noch einmal zur Red Bull Music Academy, auf der Prof. Werner Jauk einen Vortrag über Body-Sound-Interactions hält. Jauk präsentiert mit Hilfe der Vorgängerversion der Open-Source Software „Pure Data“ ein interaktives Konzept zur Herstellung von Klängen und Beats, der Dancefloor, so seine Vision, könne vom Tänzer mithilfe von Interfaces die die Bewegung abbilden, gesteuert werden, und so den Tänzer zum Musiker machen. Obwohl er selbst aus dem Universitätsbetrieb kommt, gibt er zu bedenken, dass eine didaktische Einbindung der Musik bis dato doch meist zu einem mehr oder minder starren Regelwerk innerhalb der Kunstformen geführt haben, was nicht unbedingt zu begrüßen ist. Im Bereich der elektronischen Musik ist diese Situation hingegen nicht gegeben, und, wie auch das Line-Up des Spring selbst unter Beweis stellt, dieser vielfach freiere Zugang bietet natürlich ein nie gekanntes Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten – eine These der man nur zustimmen kann.

Im Anschluss geht es wieder in die Stadthalle, und zu meinem Bedauern müssen die Herren Le Tamtam vor einer erklecklichen Anzahl an Zuschauern spielen, aber die Beiden geben sich alle Mühe, und es ist ja nun wirklich nicht leicht dieses Riesending mit Leuten zu füllen, zumal wenn man die erste Band des Abends ist.

Bei Aparat plus Band sind dann wieder alle am Start, was angesichts der etwas vorhersehbaren, Depeche Mode-mäßigen Stücke, überrascht. Aber da spielt wohl auch die Kooperation mit Modeselektor eine Rolle, und zugegebenermaßen konnte ich Depeche Mode noch nie besonders leiden, insofern möge sich da jeder seine Meinung bilden. FM Belfast hingegen ziehen sich die Hosen, und dem Publikum die Schuhe aus, ein irrsins-Mix aus Mashups und Dancefloor-Beats animiert zum Rumhopsen und das geniale Cover von „Killing in the Name“ räumt auch die letzten Zweifel aus.

Schließlich kommen nach einer ordentlich Wartezeit die Franzosen Yelle zu Zug, sympathisch und glamourös, nicht zuletzt durch den Wahnsinns-Ganzkörperbodysuit, liefern sie eine bezaubernde Vorstellung, wobei Cooler Couleur ruhig etwas länger hätte sein können. Ein unglaublich sympathisches Festival neigt sich dem Ende zu, und mit schmerzenden Füßen heißt es: Welly Welly meine Brüder, bettwärts ist wohl das Beste jetzt…

Vielen Dank an dieser Stelle an die Organisatoren, Tim von der Pressestelle, Dominik für den Schlafplatz und das gute Essen, und all die lieben Menschen, die ich unterwegs getroffen habe. Graz, wir sehen uns wieder!

Ein Kommentar

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