innenseiten des kriegs – otl aicher

Heute Rechtsradikalismus öffentlich scheiße zu finden, ist ja nicht so schwer. Aber wie ging das denn damals? Das Was-wäre-wenn Gedankenexperiment zu spielen ist müßig, wir werden auch heute mit fragwürdigen politischen oder geistigen Strömungen konfrontiert. So scheint es wohl notwendig eine ethische Haltung zu entwickeln, letztlich eine unerschütterliche ethische Haltung zu besitzen. Wie es in der deutschen Kriegs- und Nazizeit möglich war, sich diese, seine Freiheit und seine Selbstachtung zu bewahren, beschreibt dieses Buch.

 

 

Was hat es damit auf sich?

Es handelt sich um eine Art Autobiographie, die vor allem aber die geistige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus thematisiert.

 

Der Autor Otl Aicher

wurde 1922 in Ulm geboren. Nach dem Krieg war er Student der Akademie der bildenden Künste in München, besuchte dort die Bildhauerklasse und arbeitete als Graphiker. Er war Initiator, Gründungsmitglied und später auch Rektor der Hochschule für Gestaltung in Ulm.

Design:

verantwortlich für das visuelle Erscheinungsbild von

Braun, Lufthansa, ERCO, Gestaltung der Olympischen Spiele in München

 

Für:

Interessierte an Politik, Ethik und Philosophie und dem Menschen hinter dem Design

 

Der erste Satz:

„es war ein strahlender sonntag.“

 

Warum wir es lesen sollten:

Weil es noch einige wichtige Dinge über Hans und Sophie Scholl zu erfahren gibt.

und aus aktuellem Anlass: Wie bleibe ich konträr zur
Massenideologie meiner Weltanschauung treu

 

Angeberwissen:

Gar der legendäre Münchner Club Atomic Café bekennt sich auf seiner MySpace Seite von Otl Aicher beeinflusst.

 

Angeberwissen Teil 2:

Otl Aicher ist „the father of the geometric man“

http://www.piktogramm.de/pictoserver/homepage/homepage/start/de/de_start.php

 

Lieblingszitat:

„ich weiß, daß mich jeder geschichtslehrer in der schule irregeführt hat. der geschichtsunterricht diente dazu, meinen glauben an den staat zu stärken, statt daß man mich gelehrt hätte, einen kritischen verstand für gewesene und kommende entwicklungen heranzubilden. ich war und ich bin in der schule der nation – eine andere wird nicht geduldet – und hätte mir fast meine selbstachtung zertrampeln lassen.“ S. 206

 

„menschenwürde

´freitheit´hatte hans in den gefängnishof gerufen, ehe er, an händen gefesselt, den kopf unter das fallbeil legte. sophie beeindruckte durch eine stumme abgeklärte überlegenheit. sie ging erhobenen hauptes.

die eltern erhielten eine rechnung. die exekution ihrer kinder hatten sie selbst zu bezahlen.“ S. 206

 

© S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1985

 

 

 

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