Off the Beaten Track – Tag 2

Mailand – La Brigue (Sonntag 10.07.)

Nach einem herrlichen Frühstück im Hostel, welches aus vier Zwieback und vergammelter Marmelade bestand, starteten wir in die wohl anstrengendste Etappe.

Nach dem täglichen Briefing brachen wir gemeinsam mit vier anderen Teams in Richtung Turin auf.

Die ersten Kilometer der Etappe waren auch eher unspektakulär, da es durch recht flaches Gelände ging.

Etwa 60 Kilometer hinter Turin konnten wir dann unseren Boliden endlich wieder alles abverlangen.

Durch das Örtchen Susa führte uns unser Weg erst über kleinere Asphaltstraßen mit Steigungen über 10 %, aus denen recht schnell Buckelpisten wurden.

Alles noch keine wirklichen Probleme fürs Auto. Höhenangst sollte man aber dann doch nicht haben, da die Wege sehr steil abfallend und Leitplanken oder ähnliches nicht vorhanden waren.

Nach den ersten Eindrücken dieser Gegend, wir waren übrigens wieder in den Alpen, wurde nun alles von uns und unseren Gefährten abverlangt.

Nachdem wir den Colle delle Finestre, immerhin schon 2176 Meter hoch, hinter uns gelassen haben, ging es Richtung Colle d’Assietta. Die Wege, Straßen konnte man es nicht mehr wirklich nennen, wurden nun nur noch von Geländemotorrädern und Jeeps mit Vierradantrieb befahren. Und natürlich von uns.

Die bis zu 2473 Meter hohe Kammstraße gab den Blick auf die umliegenden Gipfel frei, mit denen man sich dann auch auf Augenhöhe befand. Jenseits der Wege fiel das Gelände nun noch steiler ab und die Baumgrenze lag sowieso schon unter uns.

Die immer wieder durchziehenden Wolken und Nebelfelder machten diese staubige und steinige Umgebung noch faszinierender.

Die Ausfälle und Pannen häuften sich nun auch. Nachdem beim Aufstieg schon ein Auto auf der Strecke blieb, gab es auch immer wieder kleinere Pannen.

Auch uns hätte es fast erwischt, nachdem wir ein Schlagloch doch zu schnell genommen haben, hat unser Kat eine ordentliche Delle abbekommen und auch sonst wurde der Unterboden nicht geschont.

Viele Kratzer und Dellen waren die Folge, aber alles natürlich halb so schlimm.

Weiter ging es über den 2497 Meter hohen Colle del Lauson und den 2424 Meter hohen Colle Basset.

Nach und nach kamen wir immer besser in Fahrt, etwa als wir drei Range Rover doch tatsächlich dazu gebracht haben, rechts ran zu fahren und uns vorbei zu lassen.

Wenn man bedenkt, dass wir für die knapp 60 Kilometer etwa 2 Stunden gebraucht haben, kann man sich vorstellen wie schnell man in diesem Gelände vorankommt. Die Autos sorgten natürlich für Aufsehen, wobei unser Auto mit folgenden Worten bedacht wurde: „ei schau, der hat soga a Fuchsschwanz dran“.

Danach ging es in den Olympiasportort Sestriere. Sestriere ist auch immer wieder im Kalender der Tour de France und des Giro d’Italia zu finden. In diesem Jahr sogar in beiden.

Dort haben wir nach den Strapazen dann erst mal eine kurze Pause eingelegt, standesgemäß mit einer Pizza.

Nach Sestriere ging es wieder, wie könnte es anders sein, auf verschiedene Bergpässe hinauf.

Über Briancon und Cevieres ging es auf den 2361 Meter hohen Col d’Izoard.

Das letzte große Highlight des Tages war der 2.744 Meter hohe Col d’Agnel.

Er verbindet Frankreich mit Italien, es muss an diesem Tag wohl das dritte mal gewesen sein, an dem wir die Landesgrenzen überquert haben.

Oben wieder die gleiche Prozedur wie immer, Motorhaube auf, abkühlen und Aussicht genießen.

Bei der Abfahrt ist uns auch das erste mal aufgefallen, dass das Auto nach Benzin riecht, wenn man mit Motorbremse bremst. Aber ein bisschen Schwund ist ja immer. Nachdem wir in der herrlich italienischen Stadt Cuneo noch herrlich italienisch beim Chinesen gegessen haben, nahmen wir den letzten Teil der Etappe in das französische Alpendorf La Brigue in Angriff.

Dort war dann Wunden-lecken angesagt. Nach ein paar Bierchen mit den anderen Teams haben wir uns unser Nachtlager hergerichtet. Zum ersten, aber nicht zum letzten Mal schliefen wir im Auto. Es war sogar wirklich gemütlich und preisgünstig natürlich auch.

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