O’zapft is! Wie der Wiesn- Hype in die Studenten- WGs gelangt

Seit einer Woche steppt in München der Bär. Es ist wieder Wiesn und für das größte Volksfest der Welt rüstet die Stadt jedes Jahr ordentlich auf. An den U-Bahnhaltestellen weisen Securities den Wiesngästen den Weg, die Gastronomie erwartet großen Andrang und verdoppelt ihre Angestelltenzahl und die Hotelzimmer sind bereits seit Monaten restlos ausgebucht. Die Wiesn boomt wie noch nie und von diesem Spektakel erhoffen sich nicht nur Gastronomen großen Gewinn.

Auch zahlreiche Studenten sind auf die Idee gekommen, diesen neuen Hype für sich zu nutzen. Sie vermieten ihre WG- Zimmer an Wiesn Besucher, und zwar zu Höchstpreisen.

Zu diesem Zweck wird das eigene Schlafgemach verlassen und zur Vermietung freigegeben. In der Zwischenzeit begnügt man sich mit der Schlafcouch des Mitbewohners, der sich auf diese Weise auch gleich einen Teil des so verdient

n Gelds abstaubt. Sogar Studenten, die eigentlich gerade noch wichtige Prüfungen schreiben müssen, machen vor diesem lukrativen Geschäft keinen Halt. Manchmal teilen sich Mitbewohner sogar zu dritt ein Zimmer und vermieten die anderen beiden für die Wiesn.

Andere, die eine ganze Wohnung oder einen Bungalow zur Verfügung haben, verlassen die eigenen vier Wände komplett. Mit Sack und Pack ziehen sie mal eben zur Freundin oder machen Heimaturlaub bei den Eltern.

Wie man freiwillig seine Wohnung oder sein Zimmer mit all den persönlichen Gegenständen und Möbeln an trinkwütige Wiesn- Touristen vermieten möchte, ist fraglich. Aber das Geschäft lohnt sich. In den WGs spart man sich auf diese Weise ganze Monatsmieten. Für einen Bungalow im olympischen Dorf verlangen die Studenten pro Nacht und Person problemlos 80 Euro, plus Putzpauschale, falls erwünscht. Dass man sich so nicht nur ein gutes Taschengeld, sondern sogar einen ganzen Urlaub finanzieren kann, steht außer Frage.

Aber möchte man das? Jeden Abend betrunkene, stinkende, wildfremde Menschen in seiner Wohnung zu haben, die auch noch im eigenen Bett schlafen? Und das während des kompletten Oktoberfests?

Einige wenige „Wiesn- Zimmer- Vermieter“ wollten genau diese Volksfesttouristen meiden. Sie profitieren trotzdem vom Geschäft mit den eigenen vier Wänden. Denn auch Wiesn- Bedienungen oder Musiker, die extra für das Volksfest nach München kommen, suchen für ihre Arbeit auf der Wiesn eine Unterkunft. Ähnlich wie die Touristen sind auch sie dankbar, statt eines teuren Hotelzimmers ein verhältnismäßig günstiges WG Zimmer mieten zu können.

Für die Studenten ist es alle mal eine gute Möglichkeit schnell und ohne großen Aufwand etwas dazu zu verdienen. Ob man sich davon nun eine Maß mehr holt oder sich noch ein paar Tage Urlaub am Meer gönnt, das Geschäft mit den Wiesn- Zimmern scheint sich zu lohnen!

In diesem Sinne: Prost! Oder eben: Einen schönen Urlaub!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.