God save the Queen… aber nicht Tony Blair!

Ach, diese Engländer sind schon ein lustiges Völkchen. Wenn man an sie denkt, sieht man sie gemütlich zusammen sitzen in ihren Wohnzimmern. Sie trinken Tea und essen After Eight. Dass England über ein Klassensystem verfügt, ist wohl auch allgemein bekannt. Es unterteilt sich in upper class, middle class und lower class. Eine Zuschreibung zu einer der unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, finden die Engländer jedoch keinesfalls verwerflich. Im Gegenteil.

Es gibt in der englischen Sprache sogar unterschiedliche Wörter, die innerhalb der Klassen benutzt werden um sie voneinander zu unterscheiden. Nehmen wir das Beispiel Wohnzimmer, der Ort der eben erwähnten Tea Party. Die korrekte Übersetzung dieses Wortes wäre für die upper class: lounge, für die middle class: living room und in der lower class würde man es drawing room nennen. Ein anderes Beispiel ist die Übersetzung für Nachtisch. Upper class: dessert, middle class: sweet und lower class: pudding.

Schon witzig, diese verschiedenen Ausdrucksweisen. Was wohl Tony Blair oder die Queen zu diesem Jux sagen? Wissen die beiden denn überhaupt, dass im gemeinen Volksmund „The Queen“ die Bezeichnung der upper class ist und man mit „Tony Blair“ die middle class meint? Die lower class zumindest wäre in dieser Hinsicht fein raus, denn ihre Klasse nennt man umgangssprachlich ganz lässig „Sporty Spee“.

Wer all dies nun für groben Unfug hält und kopfschüttelnd die Augenbraue hochzieht, der sollte einmal einen Blick in George Bernard Shaw’s Buch „Pygmalion“ werfen. Hier versucht der Sprachwissenschaftler Professor Henry Higgins die Blumenverkäuferin Eliza Doolittle unter die feine Gesellschaft zu bringen indem er ihr deren Akzent beibringt. Das Projekt scheitert jedoch an mehreren kleinen Ausrutschern Elizas. Immer wieder verwendet sie einer feinen Dame unwürdige Schimpfwörter, die sie verraten.

Wäre doch eine nette Abendlektüre.

Alternativ könnte man sich auch „God save the Queen“ von den Sex Pistols anhören und darüber philosophieren inwieweit sich die britischen Punkrocker seinerzeit über die Zweideutigkeit ihres Songs im Klaren waren.

In jedem Fall sollte man nicht vergessen, sich stets ein Kännchen Tea und After Eight bereit zu halten.

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