Selbst Anonymous tut es!

Politiker tun es! Schauspieler und Musiker tun es! Selbst Anonymous tut es, wie vor kurzem in der Zeitung zu lesen war. Spenden!

Alle Welt scheint gerade in der Weihnachtszeit ihre soziale Ader wiederentdeckt zu haben und spendet an die unterschiedlichsten Hilfsorganisationen, Stiftungen und soziale Institutionen. Da wundert man sich nicht, dass pünktlich mit den ersten Lebkuchen im Supermarkt auch wieder unzählige Menschen mit Sammelbüchsen in der Fußgängerzone bereitstehen und sich große Mühe geben, uns zum Spenden zu überreden. Oft tun sie das, indem sie versuchen, uns ein schlechtes Gewissen zu machen. Lehnt man eine Gabe freundlich aber bestimmt ab, wird man schnell mal für die umstehenden Passanten deutlich hörbar als „herzlos“ und „egoistisch“ bezeichnet. Da kann einem schon mal die Lust zu spenden vergehen.

Dabei ist Spenden wichtig! Hilfsorganisationen sind auf Zuwendungen der Bevölkerung angewiesen. Mittels staatlicher Gelder, Unterstützung durch einzelne wohlhabende Privatpersonen und die finanziellen Reserven der Aktivisten alleine können sie ihre Arbeit nicht finanzieren.

Doch wer wirklich helfen möchte, der sollte seine guten Gaben nicht allzu leichtfertig verteilen. Zwischen all den seriösen Organisationen tummeln sich viele schwarze Schafe. Diese zu erkennen ist nicht immer einfach, besonders als unerfahrener Spender. Ganz allgemeine Anhaltspunkte für seriöse Anbieter zählt die Verbraucherzentrale Bayern auf ihrer Internetseite auf. So solle man lieber Überweisungen tätigen, als in Sammelbüchsen Geld einzuwerfen. Besondere Vorsicht sei auch bei Haustürsammlungen und Fördermitgliedschaften geboten. Einen Schritt weiter geht das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen. Dieses zählt explizit unseriöse Anbieter auf und gibt Empfehlungen ab, an welche Organisation man bedenkenlos spenden kann und von welcher man lieber die Finger lassen sollte.

Trotz aller Vorsicht kommt es leider allzu häufig vor, dass die getätigten Spenden nicht den Bedürftigen zukommen, sondern in die Taschen einiger weniger Verantwortlichen fließen. Besonders erschütternd war vor einigen Jahren der Spendenskandal um UNICEF und deren damaligen Geschäftsführer. Das Vertrauen vieler Spendenwilliger wurde dabei zerstört und der gute Ruf der Organisation wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Seit dem ist die Bevölkerung vorsichtig geworden. Ihr übriges hierzu tragen Gerüchte bei, dass Spenden für Krisengebiete die Wirtschaft im entsprechenden Land kaputt machen. Wie viel bei solchen Aussagen tatsächlich dran ist, muss für jeden Fall wohl individuell ermittelt werden und kann keinesfalls pauschal beantwortet werden. Einen Grund, gar nichts mehr zu geben, sollte diese Tatsache aber nicht darstellen.

Eine Geldspende zu tätigen ist mit Sicherheit der einfachste und schnellste Weg, sein Gewissen zu beruhigen, allerdings lohnt es sich auch einmal andere Wege zu gehen. In jeder größeren Stadt gibt es Gruppen, Vereine und Organisationen, die sich engagiert für ihre Umwelt einbringen. Besonders eine aktive und nicht nur fördernde Mitgliedschaft bietet dabei jedem die Möglichkeit, etwas zu verändern und die Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Auf diese Weise kann man sich nicht nur sicher sein, etwas Gutes getan zu haben, sondern kann der Welt einen kleinen Stoß in die richtige Richtung versetzen. Dabei kann man sich sicher sein, dass es viele gibt, die sich über tatsächliches Engagement mehr freuen, als über Geld. So kann man auch mit geringem Budget viel leisten und getreu einem Pfadfindermotto die Welt ein Stücken besser zurücklassen, als man sie vorgefunden hat.

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