„Upcycling“ – aus alt mach neu

Erst seit wenigen Jahren hat sich ein neuer Trend etabliert. Beim sogenannten „upcycling“ geht es darum, vermeintlich wertlosen Müll und Abfälle wieder verwertbar zu machen. Warum nützliche Materialien verschwenden, wenn man bereits vorhandene sinnvoll nutzen kann? Im Gegensatz zum „downcycling“ besitzen die neu gefertigten Produkte sogar eine höhere Qualität und mehr Nutzwert. Jeder von uns kennt sie, die Taschen und Messenger Bags, die aus alten LKW- Planen zusammengenäht werden.  Dieses Material ist aber nur eines von vielen „Abfall“- Produkten, aus denen sich hochwertige Kleidungsstücke, Taschen und Accessoires herstellen lassen.

Die Liste der Materialien, die sich zum „upcycling“ eignen ist schier unendlich. Ganz gleich ob Fahrradschläuche, Werbebanner, Seesäcke, Armeedecken, Surfsegel, Fußbälle, Autogurte oder Telefonkabel. Alle Materialen haben gemeinsam, dass sie auch nach Jahren der Nutzung immer noch eine hohe Lebenserwartung haben.

Produziert werden die edlen Teile keinesfalls nur von großen namhaften Herstellern, sondern es sind oftmals kleine Manufakturen in Großstädten wie Berlin, die ihre Produkte  in sorgsamer Handarbeit selbst fertigen.

Mittlerweile sind einige Hersteller dazu übergegangen, Taschen und Rucksäcke aus alten PET- Flaschen herzustellen. Was sich schon im Flaschenstadium als unkaputtbar erweist, zeigt sich später im Outdoor Einsatz völlig unbeeindruckt. Wer eine Tasche oder etwa ein Notbookcase aus echtem recyceltem Leder erstehen möchte, kann diese zum Beispiel unter der Website zirkeltraining.biz bestellen. Der Designer Bernd Dörr hat aus Turngeräten wie Kästen, Böcken oder auch Turnmatten eigens kreierte Lederwaren hergestellt.

Richtig abgefahren scheinen dagegen die Taschen aus Fahrradschläuchen von Stef Fauser, einer kleinen Manufaktur aus Berlin. Deren kreatives Design und die alltagstaugliche Funktionsweise des Materials, machen deutlich, wie gut sich das „upcycling“ von altem Gummi mit Ästhetik in Einklang bringen lässt.

Wie man etwas, das eigentlich bei Menschen Schaden anrichten soll, in etwas Gutes und gar Schönes verwandeln kann, beweist ein Handelsunternehmen (respecca.com) aus Kambodscha. Hier werden nämlich entschärfte Bomben zu stilvollem Schmuck verarbeitet.

Wo der Weg in den nächsten Jahren hingeht, scheint klar. „Upcycling“ ist im Trend und wer weiß, ob nicht Euer nächstes Case für euer Notebook oder iPad vielleicht eines aus recycelten Hosensäumen ist.

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