Back to the roots

Es ist schon ein paar Jährchen beziehungsweise ein paar hundert Jährchen her, dass selbst die Städter noch ihre eigenen Lebensmittel angebaut haben. Spätestens mit der Industrialisierung und Urbanisierung wurden Lebensmittel einfach im Laden nebenan oder auf dem Markt gekauft, statt selbst anzubauen. Und das trifft natürlich nicht nur auf die Städter zu, auch die Landbevölkerung mit großem Garten pflanzt höchstens mal ein bisschen Schnittlauch selbst an. Das kann man natürlich schlecht verallgemeinern, bestimmt hat der ein oder andere Berliner oder Münchner ein riesengroßes Beet mit Salat, Karotten und Kürbissen zu Hause und ein Landei versorgt sich komplett selbst mit allem was dazugehört. Aber der Großteil der Deutschen lebt wohl eher nach dem Motto: Man isst, was man kauft.

Doch Klimawandel, Umweltkrise und sicher auch die Globalisierung lassen immer mehr Menschen am konventionellen Supermarkt-Konzept zweifeln. Freute man sich früher noch daran, an jedem erdenklichen Tag Ananas kaufen zu können, hinterfragt man heute eher die Produktionsbedingungen und Auswirkungen dieses Luxus‘ auf unsere Umwelt. Wie so oft entscheiden sich viele wieder zurück zur Wurzel zu gehen und nur noch solche Lebensmittel zu verwenden, die regional und nachhaltig produziert und bei denen weder Mensch noch Tier ausgebeutet wurdne. „Locavores“ nennt man solche Menschen, die sich dafür entscheiden Saisonales, Regionales und am besten Selbstangebautes zu essen. Dieses „Urban Farming“, also das Anbauen von Lebensmittel in der Stadt, findet immer größeren Anklang. Ganze Bienenvölker werden mittlerweile auf den Dächern der Großstädte angesiedelt oder Balkone zu Treibhäusern umfunktioniert.

Man spart sich dadurch nicht nur etwas Geld, sondern tut auch was für die Umwelt und die eigene Gesundheit. Die Transportwege der Lebensmittel bleiben kurz, die örtlichen Bauern werden unterstützt, Bio schont die Umwelt und ausbeuterischen Produktionsbedingungen im Ausland wird die Stirn geboten. Zudem schmecken selbst angebaute Tomaten oder Kräuter einfach besser und das Arbeiten draußen am Beet ist sicher besser für die Gesundheit als vor dem Fernseher zu lümmeln.

Natürlich ist es ganz schön schwer einen solchen Lifestyle zu führen. Schließlich hat ja nicht jeder Platz und Zeit seine eigenen Lebensmittel anzubauen und manchmal muss man eben auf das herkömmliche Soßenpulver aus dem Supermarkt zurückgreifen, aber das ist ja auch gar nicht schlimm. Wichtig ist, dass man es versucht, auch wenn es nur bedeutet, dass man seine Äpfel jetzt immer vom Bodensee und nicht aus Spanien kauft. Ein schlechtes Gewissen muss man sich nicht unnötig einreden, aber ein bisschen darauf zu achten, was und wo man kauft, schadet nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.