Stroke Urban Art Fair

Ihr denkt bei Street Art sofort an scheinbar wahllos ausgewählte Sprüche oder Namenskürzel, die mal wieder über Nacht an irgendeiner Wand aufgetaucht sind? Obszöne Sprüche und Rechtschreibfehler? Klar, ab und zu sieht man auch mal etwas coolere Graffitis, das dann aber meistens nur im Fernsehen. Doch bei der Stroke Urban Art Fair 2013 in München geht es nicht um kleine Schmierereien, sondern um richtige Straßenkunst. Ob man dazu Street Art oder Urban Art sagt, ist eigentlich egal, denn gemeint ist dasselbe: Kunst im (städtischen) öffentlichen Raum. Diese Kunstform hat sich mittlerweile so ausgeweitet, dass sie nicht nur auf Wänden, Mauern oder Straßen betrieben wird, sondern auch ganz legal und professionell auf ausgeschriebenen Flächen oder sogar auf Leinwänden. Der Urban Art widmet München dieses Jahr vom 1.-5. Mai wieder die Stroke Urban Art Fair.

Seit den ersten Tags der afro- und lateinamerikanischen Jugend im Ghetto von New York Ende der 1960er hat sich Graffiti zur Street Art entwickelt. Angefangen hat das Ganze im Zuge des Aufkommens der Hip-Hop-Bewegung. Die Jugendlichen des Ghettos, die sich politisch und sozial ignoriert fühlten, wollten sich durch das Taggen Aufmerksamkeit und eine „Stimme“ verschaffen. Je weitläufiger der eigene Name – oft als Pseudonym – in der ganzen Stadt zu lesen war, desto wichtiger wurde der Sprüher selbst. Oft wurde der Name auf U-Bahnen gesprüht, um in der ganzen Stadt präsent zu sein. Von diesen noch eher einfachen Graffitis entwickelten sich nach und nach immer aufwendigere Formen der Spraykunst. Nicht zuletzt durch Banksy erfolgte dann der Siegeszug der Urban Art in die Mainstream-Kultur. Ob auf Postkarten, in Werbeanzeigen oder -spots oder auf Klamotten, Graffiti wird heutzutage zum Coolnessfaktor. Das liegt zum einen daran, dass Street Art immer noch einer Subkultur angehört und somit den Underground und auch ein bisschen Gefahr vermittelt, zum anderen aber Einzug in den Mainstream gehalten hat und nun für alle zugänglich ist.

Für euch zugänglich ist natürlich auch die Stroke Urban Art Fair auf der Münchner Praterinsel. Nach einem flotten Tanz in den Mai, könnt ihr euch von Mittwoch bis Sonntag die neuesten Künstler der Street-Art-Szene ansehen. Galerien und Künstler aus Polen, Brasilien, Österreich, den USA, Italien, Frankreich, Chile, Spanien, der Schweiz, England und vielen anderen Staaten sind auf der Stroke Urban Art Fair vetreten, zudem gibt es Live-Paintings mancher Künstler, sowie Musik-Acts und ein spannendes Programm. Und wer weiß, vielleicht mischt sich ja auch Banksy unter die Besucher. Der wohl bekannteste Street Artist, dessen Werke schon von Brangelina ersteigert wurden, hat es nämlich geschafft, trotz seiner Popularität anonym zu bleiben – was natürlich auch damit zu tun hat, dass das Sprayen auf fremden Eigentum nach wie vor illegal ist. Weitere Infos zur Stroke Urban Art Fair 2013 in München, den Künstlern, Galerien und Eintrittspreisen, gibt es auf der Homepage des Events hier.

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