Kreativität und Kampfgeist – ein Besuch beim Roller Derby der Munich Rolling Rebels

Sie tragen Kampfnamen wie „Scary Mata Hari“, „Bloodfest at Tiffany’s“ oder „Tietscher Päin“: Den Frauen, die sich im Roller Derby messen, mangelt es weder an Kreativität noch an Kampfgeist. Am Samstag traf das Roller-Derby-Team Munich Rolling Rebels im Heimspiel auf die Stuttgart Valley Rollergirls.

Mit der S-Bahn geht es raus in die Münchner Peripherie. Eine Turnhalle in Allach, die ungute Erinnerungen an die Schulsportstunden mit doofem Volleyball und Aerobic-Gehüpfe hervorruft, ist der Austragungsort des Roller Derbys. Doch statt gedemütigter Teenager auf der Reservebank gibt es heute selbstbewusste Frauen auf Rollschuhen.

Das Publikum ist bunt gemischt, ein paar Kleinkinder turnen am Geländer herum, Omas und Opas sind dabei und auch Mitglieder befreundeter Teams sind extra aus Zürich und Nürnberg angereist, die Mädchen tragen Tücher und Schleifen in den Haaren, Haartolle und roten Lippenstift. Auf dem Spielfeld machen sich derweil die Kombattantinnen fertig zum Spiel.

Das Roller Derby ist in den USA in den 30er-Jahren entstanden und erlebte Mitte des vergangenen Jahrzents ein weltweites Revival. Bei der von Frauen dominierten Sportart geht es darum, während der Fahrt die Mauer des gegnerischen Teams zu durchbrechen. Dabei gehen die Teilnehmerinnen nicht gerade zimperlich miteinander um: Stürze und Gerempel gehören ebenso dazu, wie die fröhlichen bunten Uniformen und die Kampfnamen mit den popkulturellen Referenzen.

Da nicht allen Zuschauern in der Allacher Sporthalle die Regeln kennen, gibt es vor dem Start des Spiels, dem sogenannten Bout, eine kurze theoretische Einführung. Außerdem erfahren wir, dass das gegnerische Team aus Stuttgart die älteste Roller-Derby-Vereinigung Deutschlands ist: Vor sieben Jahren wurden sie gegründet. München hat hingegen erst seit 2011 einen eigene League. Ob sich die Münchner, die mit Blasmusik in die Arena einlaufen, heute gegen die Stuttgarterinnen durchsetzen können?

Die erste Runde, der sogenannte Jam beginnt und die befreundeten Teams feuern die Münchner kräftig an. Leider steht es bereits in der Mitte der ersten Halbzeit für die erfahrenen Stuttgarterinnen 63:0. Auch in der zweiten Halbzeit beißen sich die Rolling Rebels an ihren Gegnerinnen die Zähne aus. Allerdings gelingt es auch den Münchnern immer wieder die Mauer der Stuttgarterinnen zu durchbrechen, insbesondere die Rebel-Fahrerin „Baby Kicks“, die auch im deutschen Nationalteam dabei ist, kann sich geschickt an der Mauer vorbeidrängeln. Am Ende des Spiels steht es trotzdem 354:11 für Stuttgart – es gibt jedoch keinen Grund zur Traurigkeit, denn nach dem „Schwäbisch Knall“, so der Name des heutigen Zusammentreffens, wird im Anschluss ausgiebig zusammen gefeiert – das ist Tradition beim  Roller Derby, dasjenige Team, das am längsten durchhält, gewinnt die „Afterboutparty“.

 

Hier sind die kommenden Termine der Munich Rolling Rebels im Überblick: 

20. Juli 2013 München:
Munich Rolling Rebels – rocKArollers Karlsruhe

12. Oktober 2013 München (Doubleheader):
Zürich (ZCR) – Liverpool Roller Birds A
München (MRR) Liverpool Roller Birds B

23. November 2013 Teneriffa:
Tenerife Roller Derby – Munich Rolling Rebels

Bundesweite Roller-Derby-Vereine findet ihr hier.

Und hier geht es zu den Stuttgart Valley Rollergirls.

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