Menschliche Zitronenfalter, Blitz und Donner – so war das Prima Leben und Stereo 2013

Das Prima Leben und Stereo war auch 2013 wieder ein voller Erfolg – Tocotronic spielen bei Blitz und Donner, Blumentopf fassen sich versehentlich an die Eichel und Sizarr begeistern mit ihrem sphärischen Frickel-Pop.

Ein unglaublich sonniges, heißes 20. Jubiläum hat das Prima Leben und Stereo 2013 erlebt – die Künstler und die Besucher waren ordentlich am Schwitzen und die Ordner hatten alle Hände voll zu tun, die Leute aus den angrenzenden Bächen zu vertreiben.

PLUS 2013

Auch Dentalhygene ist wichtig – die Festivalbesucher sind wirklich vorbildlich. ©Ingrid Mullie

Daneben gab es natürlich großartige Konzerte: Das Bläserensemble Moop Mama macht am Freitag Abend in stimmigen weiß-roten Outfits gute Laune und bereitet die Stimmung für die Blumentöpfe, die im Anschluss spielen. Blumentopf geben vor geradezu perfekten Soundbedingungen ein Konzert, bei dem fast jedes Wort zu verstehen ist – eine beachtliche Leistung der Tonmenschen – erfahrene Freiluftkonzertbesucher wissen, dass bei Sprechgesang in Live-Situationen nicht selten die Texte versuppen können, aber von solchen Problemen sind die Veranstalter weit entfernt. Die Band spielt Lieblingslieder wie “Party-Safari” “Manfred Mustermann”, “Was der Handel” und “Solala” und gibt dazwischen einige Freestyle-Einlagen zum Besten. Das läuft nicht immer wie geplant: Es gibt Hänger und unfreiwillige Obszönitaeten, als aus Versehen darauf referiert wird, dass man sich an die Eichel fasse – schockschwerenot, das war ihnen dann doch a bissal beinlich. Danach folgt als letzter Act des Abends, David P. mit Main Concept, der angesichts seiner spiel- und wortgewaltigen Vorgänger leicht verunsichert wirkt. Battle-Rap, der irgendwie keiner sein will ist sein Rezept, aber die Mischung geht nicht recht auf, zumindest nicht an diesem Abend.

 

Am Samstag wurde zunächst die Münchner Truppe Claire sehnsüchtig erwartet. Die Band ist total aufgeregt – das Prima Leben und Stereo ist schließlich nicht irgendein Heimspiel. Schon wieder fällt auf, wie gut die verantwortlichen Tonmenschen an diesem Festival arbeiten – der Druck mit dem die Bässe selbst in den hinteren Reihen durch die Anlage kommen, macht Freude und die Band tut mit ihrem sphärischen Synthie-Pop das Übrige, um das buntglitzernde Publikum zum Tanzen zu bringen. Es folgt das Trio Sizarr mit seinem Frickel-Pop, der Auftritt ist gelungen. Sänger Fabian Altstötter macht wie gewohnt seltsam steife Ansagen zwischen den Stücken, während im Hintergrund ein Gewitter aufzieht.

 

Und dann kommen die, auch von den Veranstaltern lang erwarteten Tocotronic, die dieses Jahr ebenfalls ihr 20. Bestehen feiern und zum PLUS passen wie Arsch auf Eimer. Blitz und Donner begleiten den wuchtigen Indie-Rock der Band, die neben Stücken vom neuen Album “Wie wir leben wollen” allerlei bekannte Klassiker wie “Hi Freaks” und “This Boy is Tocotronic” – das Publikum tobt, das Gewitter auch.

 

Mit einer Zuhörerschaft, die trotz des Regens noch nicht ins Bett will, beschließen Bernd Begemann und die Befreiung den Abend. Ein richtig gelungenes Prima Leben und Stereo 2013 findet seinen Ausklang am Zeltplatz, wo zur später Stunde noch Luftgitarristen, Partykönige und menschliche Zitronenfalter herumschwirren.

Prima Leben und Stero 2013

Schönes Festival, schöne Leute – so war das Prima Leben und Stereo 2013. ©Ingrid Mullie

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