Trailfox – The Woodstokers Report

Flims liegt südlich vom Bodensee in der Schweiz nahe der Österreichischen Grenze und ist fast Mautfrei erreichbar. Nur die Österreichische Vignette muss bezahlt werden. Entfernung vom München: ca. 300km. 

bb

Das Rennen hatte ein ganz besonderes Format. Es bestand wie eine Rally aus drei Etappen:

1. Etappe – Night Trail:

Eck-Daten: [Länge: 900m, Höhenunterschied: 90m, Typ: Flow-Country Trail], Chainless (ohne Kette) Rennen mit Einzelstart bei Nacht (Beleuchtung durch Stirnlampen)

2. Etappe – Sunset Trail:

Eck-Daten: [Länge: 490m, Höhenunterschied: 52m, Typ: Technische Holzhindernisse], Rennen mit Einzelstart unter Flutlicht

3. Etappe – High Noon Trail:

Eck-Daten: [Länge: 5000m, Höhenunterschied: 1000m, Typ: Langstrecken Downhill], Massenstart Rennen bei Tag

14387453808_0d3e23102d_o

Die erste Etappe starte direkt am Anreisetag (Freitag). Zunächst gab es 1h Zeit die Strecke zu Fuß zu besichtigen mit anschließendem 3 stündigen freien Training. Die Wetterverhältnisse waren trocken und die Strecke damit sehr griffig. Es handelt sich um einen Flow-Country Trail (d.h. ein Brechsand-Trail ohne größere Sprünge, ohne Wurzeln und ohne Steinfelder dafür mit vielen kleinen Wellen, Anlieger-Kurven und diversen Holzbrücken). Da man bei dieser Art von Trail Geschwindigkeit aufbauen kann ohne zu treten sondern vielmehr durch speichern von Energie in Federelementen und Körper durfte nur ohne Kette gefahren werden. Dadurch wurde es zu einem besonderen und sehr spannenden Rennen, da man schnelle Zeiten nur durch viel Erfahrung und Technik erzielen kann.

Das Rennen startete um 22 Uhr unter leichtem Regen. Da wir die Strecke nur im trockenen testen konnten und auch das erste mal mit Helmlampe gefahren sind war es besonders schwierig für uns. Wir beschlossen lieber auf Nummer sicher zu fahren um keine Stürze zu riskieren. Somit landente Markus nach Etappe 1 auf Platz 54 und Sebastian auf Platz 57.

14392152069_bf8923a930_c

Am zweiten Tag fand schon mal das freie Training zum letzen Rennen statt, da es eine sehr lange Strecke ist und Sonntag Früh nicht genügend Zeit dazu wäre. Wir absolvierten einige Trainingsläufe und versuchten uns die 5km lange Strecke möglichst gut einzuprägen und günstige Stellen für Überholmanöver zu finden. Spannend waren auch die ersten 50 Höhenmeter, denn dort lag noch eine ganze Menge Schnee. Zudem ist diese Stelle entscheidend für das Rennen, da man dort möglichst weit vorne im Feld rauskommen muss um sich auf dem anschließendem engen Trail mit wenig Überhohlmöglichkeiten gut zu platzieren um keine Zeit zu verlieren. Gestartet wird in 25er Gruppen.

Am Nachmittag ging es direkt zum 2,5 stündigen Training der zweiten Etappe. Diese bestand aus einer sehr technischen Strecke mit ca. 50% Holzhindernissen, die z.T. nicht ganz ungefährlich waren. Vor allem das große Roadgap (Absprung von einer 4m hohen Holzbrücke über eine gut 5m breite Straße) jagte uns zunächst mächtig Angst ein. Das größte Problem dabei war die kurze Trainigszeit. Man musste immer mit Muskelkraft zum Start zurück schieben und durch die vielen anstehenden Fahrer brachten wir es auf gerade mal 3 Trainingsläufe. Davon konnten wir das große Roadgap nur 2 mal Probespringen, da der erste Run für die Erstbesichtigung drauf ging. Nach dem Training musste Sebastian noch zügig sein hinteres Laufrad reparieren. Durch einen etwas zu kurzen Sprung am Roadgap sind zu einer bereits fehlenden Speiche noch zwei weitere gerissen. Diese mussten nun also schnell ausgetauscht und das Rad neu zentriert werden.

Da das Rennen nur im unteren Teil des Berges stattfand und auch nur über 52 Höhenmeter verteilt war sammelten sich mehrere hundert Zuschauer um die Strecke herum an und sahen uns beeindruckt zu.

Im Rennlauf hat das Roadgap bei Sebastian super hingehauen und er konnte danach mit guter Geschwindigkeit durch die nächste Sektion fliegen. Leider rächte sich das kurze Training beim nächsten Hindernis und er segelte anstatt mit Fahrrad und Vollgas gegen die senkrechte Holzwand ohne Fahrrad über den Lenker nach unten neben die Holzwand. Es ist zwar nichts passiert aber die bis dahin gute Zeit war ging damit leider flöten. Am Ende landete Sebastian bei dieser Etappe auf Platz 190.

Der Rennlauf von Markus war besser. Leider hat er ein wenig Zeit am Roadgap verloren, was leider bei der sehr kurzen Strecke stark ins Gewicht fällt. Damit landete er schließlich auf Platz 81.

Durch ein paar mehr Trainingsläufe wäre sicher mehr drin gewesen. Aber für das nächste Jahr kennen wir ja nun die Strecken und können uns hoffentlich steigern.

Am Abend stieg noch eine Aftershow Party direkt am Zeltplatz, die wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen wollten.

 14403131429_055511920f_o

Der dritte und letzte Tag beinhaltete nur noch den Rennlauf zum großen Massenstart Rennen. Unsere größte Sorge war der bereits erwähnte Schnee am Anfang der Strecke. Es ergibt sich folgende Zwickmühle: Wenn man schnell durchfahren will muss man eine Menge Glück haben nicht zu stürzen, da der Schnee unberechenbar ist. Bei langsamer Fahrt verliert man aber viele Plätze und hängt später hinter anderen Fahrern fest und ruiniert sich die Gesamtzeit. Zudem starteten wir sehr spät, weshalb der Schnee schon extrem viele Spuren von den vorherigen Starten hatte. Diese sind wie Spurrinnen auf der Autobahn: Sie ziehen die Reifen unweigerlich in die Richtung in die sie verlaufen. Man muss also extrem aufpassen nicht vom Fahrrad gerissen zu werden, wenn es plötzlich die Richtung etwas wechselt. Wir diskutierten lange während wir noch den Gruppen vor uns zuschauten welche Linie wir wählen werden um möglichst gut durch zu kommen.

Das Rennen startet im LeMans Stiel. Die Fahrräder lagen also alle aufgereiht auf der einen Seite und die Fahrer standen bereit zum Sprint auf der anderen Seite. Aufgrund unserer bisherigen Gesamtplatzierung konnte Markus sein Bike an zweiter Stelle ablegen, Sebastian an Platz nummer sieben. Auf los gings los.

Markus kam direkt gut weg und Sebastian konnte direkt zwei Leute am Start überholen. Nach dem ersten Tretstück konnte er weitere zwei Mitstreiter auspedalieren und reihte sich wie geplant zu Beginn des Schneefelds hinter Markus ein. Als dann alle Schneefelder vorbei waren kam er ca. auf Platz fünf am Trail raus, Markus knapp dahinter. Im Laufe des Rennens konnten beide noch einige Plätze gut machen. In der Gesamtplatzierung dieses Rennens landete Markus mit einer Zeit von 11:23:668 auf Platz 64 und Sebastian mit einer Zeit von 11:09:085 auf Platz 51.

In der Wertung über alle drei Etappen zusammen erzielte Markus damit einen sehr guten 51. Platz. Sebastian konnte trotz des Sturzes noch den 90. Platz ergattern. Insgesamt starteten 203 Männer und 10 Frauen. In der Männerklasse konnte Markus also in das beste Viertel fahren! Dafür, dass wir an diesem Rennen zum ersten mal teilgenommen haben und die Strecken zuvor noch nie gesehen hatten waren konnten wir also mit den Ergebnissen sehr zufrieden sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.