Münchner von Lawine im Himalaya getötet Trauer um Basti Haag – ein Schock für das Dakine World Team

Trauer und Fassungslosigkeit bei der Bergsteiger-Truppe: Vor ihren Augen wurden ihr Kollege und Freund Sebastian Haag und Andrea Zambaldi von einer Lawine fortgerissen.

Für den Rekordversuch im Himalaya, bei dem zwei Bergsteiger in einer Lawine verschüttet wurden, hatten sich die Hauptakteure zwei Jahre lang vorbereitet. „Es war akribisch und bis ins Letzte durchgeplant“, sagte Stefan Winter, Ressortleiter Breitensport beim Deutschen Alpenverein, am Freitag. Der Münchner Speed-Bergsteiger Benedikt Böhm und dessen engster Freund hatten das Projekt federführend geplant. Der 35-Jährige wurde am Mittwoch vor Böhms Augen zusammen mit Andrea Zambaldi von einer Lawine fortgerissen. Die beiden wurden bisher nicht gefunden.

Aufgrund schlechter Wetterbedingungen wählten Benedikt Böhm und Basti Haag im Jahr 2012 anstatt des Cho Oyu (8.201m) noch einen anderen 8.000er für ihre damals geplante Speedbegehung mit Skiern. Und “Im Angesicht des Manaslu” sollten die beiden Top-Athleten damals Zeuge einer der bis dato schlimmsten Tragödien in der alpinen Geschichte des Extrembergsteigens werden. Seit dem 20. August sind die beiden Ausnahmetalente nun wieder zurück im Himalaya und versuchen im Rahmen der von Primaloft, Gore-Tex und Dynafit gesponserten “Double8 Expedition” erneut einen Rekord aufzustellen – und was für einen.

Doppelter Gipfelerfolg und 170km mit dem Mountainbike

Gemeinsam mit Andrea Zambaldi wollten Haag und Böhm gleich zwei 8.000er im Speed-Ski-Stil besteigen – die Shisha Pangma (8.013 m) und den Cho Oyu (8.201m). Doch die beiden Extremsportler würden sich wohl kaum selbst gerecht werden, würden sie es lediglich bei einer “einfachen Besteigung” belassen. So legten die zwei Münchner auch diesmal die Messlatte wieder ein ganzes Stück weiter oben an und wollten zusätzlich zum Gipfelsturm auch noch die Strecke zwischen den Giganten aus eigener Kraft bewältigen – per Mountainbike. Gerade einmal 7 Tage gebten sich die drei wagemutigen Sportler im Zeitfenster vom 18. September bis 01. Oktober dafür Zeit. Dann wollte das Team in jeweils 24 Stunden die höchsten Punkte der beiden 8.000er bezwungen sowie die Distanz von rund 170km entweder rennend oder kurbelnd gemeistert haben.

Erster Besteigungsversuch gescheitert

Bereits am Freitag, den 19.09.2014, um 6 Uhr nepal. Ortszeit mussten die drei Skibergsteiger den Gipfelsturm auf den Shisha Pangma (8.013m) aufgrund der zu anstrengenden Spurarbeit und zu hoher Lawinengefahr auf einer Höhe von knapp 7.700 Metern abbrechen. Den drei Athleten sowie ihrem Begleiter Norbu Sherpa ging es den Umständen entsprechend gut und sie befanden sich wieder im Advanced Basecamp auf 5.600 Metern. Dort haben sie auf ein neuerliches Wetterfenster gewartet, um zeitnah ihren zweiten Versuch zu starten.

Tragisches Lawinenunglück beim zweiten Besteigungsversuch

Der Unfall ereignete sich am frühen Morgen des 24. September. Um 6.55 Uhr Ortszeit löste sich etwa hundert Höhenmeter unterhalb des Gipfels eine Lawine. Sie spülte Haag, Zambaldi und den kurzfristig zum Team hinzugestoßenen deutschen Bergsteiger Martin Meier etwa 600 Höhenmeter über eine steile Gletscherflanke. Obwohl auch in Gipfelnähe, blieb Benedikt Böhm vom Lawinenabgang verschont – ebenso wie Ueli Steck, der sich dem Team als Fünfter kurzfristig angeschlossen hatte. Die beiden versuchten umgehend, aber vergeblich, zur Lawinenzone zu gelangen. Am Morgen des 25. September erreichte Martin Meier selbstständig Camp 3 und konnte gerettet werden. Von Haag und Zambaldi fehlt jede Spur.

Basti Haag war ein sehr erfolgreicher Speed-Skibergsteiger. Gemeinsam mit Benedikt Böhm hat er viele große Berge in Rekordzeiten bestiegen und mit Ski befahren. Bekannt geworden ist das Duo mit seiner extrem schnellen Skibesteigung des 7546 Meter hohen Mustagh Ata in China.

Unser Mitgefühl gebührt den Angehörigen der beiden Opfer. Wir sind fassungslos und unendlich traurig, denn wir haben nicht nur einen guten Kollegen und wunderbaren Freund, sondern auch einen einzigartigen Menschen verloren. R.I.P Basti!

Fotos zum Lawinen-Basis Check mit unserem Freund Basti Haag im Dakine Shop!

Basti Haag (links), GF Jason Fischer - Dakine Shop (rechts)

Basti Haag (links), GF Jason Fischer – Dakine Shop (rechts)

 

 

2 Kommentare

  1. Thank you for those clips – I imagine now what happened to these men…
    So sorry for the end of this expetition …
    Om mani padme hung

    • He loved the mountains and lived his passion throughout his work. We have lost two wonderful young people in a tragic accident but we will always remember Andrea and Basti and keep their memory in our hearts and minds!

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