Foilen – Tipps für Ein-& Umsteiger

Unsere Teamriderin Alina Kornelli erklärt Dir die wichtigsten Grundlagen.

Alina beim Kitefoilen

Foilen: was brauch ich, wie fang ich an, was muss ich wissen?

Das „fliegende Board mit Unterwasserfinnen“, in Fachsprache genannt „Hydrofoil“ ist das neue Highlight unter allen Wassersportlern.

In der Wassersportszene findet man das Hydrofoil unter wirklich jeder Art von Board. Beim Wingfoilen, SUP, Wellenreiten, Kitesurfen, Windsurfen, wie auch beim Segeln wird das Hydrofoil unten an das Board/ Boot geschraubt und man fliegt mit wenig Widerstand über das Wasser.

Das Tolle daran? Neben dem Gefühl von Fliegen, benötigt man bei den Windwassersportarten viel weniger Wind um ins Gleiten zu kommen und entwickelt Geschwindigkeiten, die man an Leichtwind Tagen mit einem normalen Board ohne Foil nur schwer erreicht. Außerdem kann man mit diesem Hydrofoil unter dem Board mit einem viel höherem Winkel Upwind (=gegen den Wind) und Downwind (=mit dem Wind) fahren, das ermöglicht einem den ganzen Spot in Kürze zu erkunden.

Beim Surf- oder SUP-Foilen kommt man schneller zum Pop-up und somit schneller ins Surffoilen und kann länger große als auch kleinere Wellen abreiten. Wer gut genug ist kann durch sogenanntes Pumpen das Foil in Bewegung halten und in die nächste Welle fahren und diese nochmals abreiten.

„Ich kitesurfe seit neun Jahren und vor drei Jahren habe ich die Leidenschaft zum Foilen entdeckt, da mich das Hydrofoil an Leichtwindtagen aufs Wasser bringt, an denen ich zuvor an Top Kitespots auf mehr Wind warten musste.“

Jeder Wassersportler, der abhängig vom Wind ist, kennt das stundenlange Warten auf Wind nur zu gut. Das Warten hat zwar kein komplettes Ende, wird jedoch um einiges reduziert, sobald man samt Foilequipment zum Spot kommt. Sowie auch die Supper und Surfer, die Tage mit schlechtem Swell kennen, doch mit dem Foil unter dem Board entstehen komplett neue Möglichkeiten.

Du bist also Wassersportler, interessierst dich fürs Foilen, bist dir aber nicht ganz sicher wie du die fliegende Sache angehen sollst? Kein Problem, die drei häufigst gestellten Fragen werde ich dir mit allen wichtigen Informationen im Folgenden beantworten.

1. Was brauche ich?

Auf jeden Fall Vorkenntnisse bei der Wassersportart, bei der du ein Foil unters Board schrauben möchtest. Ich beziehe mich bei dem folgenden Beispiel auf die Wassersportart Kitesurfen.

Beispielsweise jeder Kitesurfer, der sich fit auf dem Twintip oder dem Directional Kitesurfboard fühlt, kann mit ein bisschen Übung auf das Hydrofoilboard umsteigen. Vor allem für die ersten Wasserstunden empfiehlt sich das Tragen eines Helmes und eines langen Neoprenanzuges. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, am Besten noch Neopren Schuhe/Socken und eine Schwimm-/ Prallschutzweste dazu anziehen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass kein Wassersportler freiwillig Neopren Schuhe oder generell zusätzliche Schutzausrüstung als Fortgeschrittener Surfer anziehen will, jedoch ist es noch uncooler mit einem Schnitt am Fuß vom Wasser zu kommen und erstmal pausieren zu müssen. Up to you!

Abgesehen von den „Sicherheitsmaßnahmen“ braucht man natürlich das Hydrofoil System und das passende Board dazu. Ein ganzes Foil Setup besteht aus dem Foil Board (evtl. inkl. Fußschlaufen), einem Masten, einem Frontflügel, einem Backflügel und einer Fuselage = der Stab, der den Masten und die beiden Flügel miteinander verbindet.

Das richtige Material machts!

Nun stellen sich natürlich folgende Fragen:
Welches Setup und welche Brand ist nun am Besten zum Starten?
Wie groß soll das Board zum Anfangen sein?
Welche Hydrofoil Größe benutzt man?

Generell ist das sehr unterschiedlich, beim Wingfoilen benutzt man beispielsweise andere Boardgrößen und Shapes als beim Windsurffoilen und auch das Foil kann verschieden sein. Man sollte sich dies bzgl. genau beim Hersteller/Shop vor einem Kauf informieren.

Ich persönlich kann mein Kitesurf Setup vorstellen:

Beim Kitesurfen benutze ich das Setup von der Marke CORE namens „SLC“, mit folgenden Größen:

  • Frontwing in der größeren Größe 1250 cm2, Backflügel hat eine Einheitsgröße von 300cm2
  • Board in der mittleren Größe 125, welches einer Länge von 47 cm und einem
  • Volumen von 15,3 l entspricht
  • lange Mastlänge von 92cm

Mein persönliches Setup ist grundsätzlich auch für Einsteiger empfehlenswert, wer jedoch nach einer richtigen Einsteiger Variante sucht, kann sich ein größeres Board zu legen (um die 20 l) und einen kürzeren Mast benutzen (70er oder 80er Länge). Der Frontflügel mit 1250 cm2 ist eine gute Einsteigergröße, jedoch ist es nicht unmöglich mit einem kleineren Frontflügel anzufangen.

Für alle Wassersportarten gilt aber dasselbe: Umso größer das Board und der Frontflügel ist, desto stabiler fährt man auf dem Foil.

Zusätzlich zum Board inkl. Hydrofoilsystem braucht man natürlich die restliche Ausrüstung wie ein Wing beim Wingfoilen oder ein Kite beim Kitefoilen.

2. Wie fang ich an?

Am besten an einem Spot, wo das Wasser relativ schnell tief wird und der Wind zwischen 11 und 20 Knoten stark ist, bzw. Für Surf- oder SUP- Foiler an einem Surfspot ohne Riff, tiefem Wasser und ca. 1m hohen, soften Wellen.

Wie schon erwähnt, ist es am leichtesten auf einem Board mit viel Volumen anzufangen, da man als ersten Schritt versucht auf dem Board zum Fahren zu kommen, sowie auf einem Surfboard, ohne das Foil zu benutzen. Ein kurzer Mast und ein großer Flügel garantierten zusätzlich noch mehr Stabilität und ein ruhigeres und leichteres Fahrgefühl.

Grundsätzlich funktioniert das Foilen so: Gewicht auf dem hinteren Bein, das Foil samt Board steigt nach oben – Gewicht auf dem vorderen Bein: das Foilboard sinkt nach unten. Somit ist das Ziel vom Foilen die Balance zwischen Steigen und Sinken zu finden.

Kleiner Tipp: Anfangs lieber zu viel Druck am vorderen Bein, als hinten stark drücken und unkontrolliert aus dem Wasser schießen.

Oftmals sieht man die fortgeschrittenen Foiler mit viel kleineren Kites/Wings oder Windusrfsegeln in der Luft, als die Freerider. Jedoch empfehle ich für die ersten Foilstunden dieselbe Segelgrößen zu wählen, die man bei einer normalen Freeride Session benutzen würde, da man ja erstmal ohne auf das Hydrofoil zu kommen auf dem Board fahren möchte, um sich an das Board zu gewöhnen, bevor man langsam den Druckpunkt nach hinten versetzt.

Zum Anfangen empfehle ich die vorderen Fußschlaufen zu montieren, damit man besseren Halt hat. Sobald man ein Gefühl fürs Board hat, die hintere Schlaufe mit drauf packen oder komplett ohne – „strapeless“ fahren.

Achtung: Das ganze Hydrofoil Setup liegt anders im Wasser als ein normales Board, da gelangt man schnell mal mit Bein oder Fuß an den Front- oder Backflügel und das kann scharf werden.

Gliding along

3. Was muss ich wissen?

Bevor man sich dazu entscheidet ein Foil zu kaufen, ist es gut zu wissen, dass die Freeride Setups so ausgelegt sind, dass jedes Hydrofoil System in der Regel auf jedes Foilboard passt. Ich empfehle trotzdem alles von einer Marke zu kaufen. Man kann sein Setup immer „upgraden“, z.b. für mehr Spielraum kann man von einem 70 cm Mast auf einen 90cm Mast oder für schnellere Performance von einem großen Frontflügel auf einen kleineren Frontflügel wechseln, ohne sich ein komplett neues Set kaufen zu müssen.

Für alle die sich jetzt noch fragen, wie das Board genau zum Schweben kommt … noch eine kurze Info dazu: durch den Frontflügel entsteht ein Auftrieb, der das Board aufsteigen lässt, der Backflügel sorgt dafür, dass das Board nicht ins „unendliche“ steigt und drückt sozusagen den großen Flügel wieder ein bisschen runter. Der Mast samt Wings und Fuselage hat einen geringeren Wasserwiderstand und kommt daher früher als ein gewöhnliches Board ins Fahren.

Das war alles, was ich euch für eure erste Foil Session mitgeben will und somit see you flying over the water!

Alina Kornelli (21), Olympische Kampagne im Racefoilen (=„Formula Kite“) für Paris 2024

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Philippe O.

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